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Der Bildungsserver

Der Bildungsserver

Der rheinland-pfälzische Bildungsserver wird im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend betrieben. Er bietet Informationen für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern und alle Bürgerinnen und Bürger des Landes. Themenfelder sind: Qualitätsmanagement-Initiative, Fort- und Weiterbildung, Unterricht / Lehrpläne / Beratung, Projekte, Schulen / Studienseminare, Materialien / Medien, Pädagogisch- Psychologische Einrichtungen, EPOS E-Mail-System für Schulleitungen, Aktuelles und Toplinks. Die Themen werden von pädagogischen Ergänzungseinrichtungen bearbeitet.

Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz

Das Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz (LMZ) unterstützt als Kompetenzzentrum für Medienbildung und für IT-Dienstleistungen die Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht in Rheinland-Pfalz. Zu den wichtigsten Aufgaben des LMZ gehören die Durchführung innovativer Projekte zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht mit Medien, Förderung der Medienkompetenz und des Lernens mit neuen Medien, der Umgang mit IT- und Datenbanksystemen, Entwicklung und Betrieb innovativer Online-Datenbanklösungen für Schule, Schulverwaltung und Schulaufsicht sowie die Unterstützung der Schulen bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger schulischer Medienkonzepte und Medienentwicklungsplanungen auf der Grundlage des Medienkonzeptes des Landes. Weiterhin stellt das LMZ Informations- und Kommunikationssysteme für Schulen und schulnahe Institutionen (z.B. EPOS, Mailingsysteme etc.) zur Verfügung und ist verantwortlich für die technische und inhaltliche Betreuung des Landesbildungsservers Rheinland-Pfalz und die Weiterentwicklung von Standardsystemen (z.B. MNS+), die den Betrieb von Computernetzen und der System- und Anwendungsbetreuung in Schulen vereinfachen sollen.

Deutscher Bildungsserver

Als Meta-Server verweist der Deutsche Bildungsserver auf Informationen, die von Bund und Ländern, der Europäischen Union, von Hochschulen, Schulen, Landesinstituten, wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Medienanbietern und Bibliotheken etc. bereitgestellt werden. Das Informationsangebot ist gegliedert in redaktionell betreute Themenbereiche und adressatenbezogene Angebote. Relational verknüpfte Datenbanken bieten vielfältige Recherche- und Eintragsmöglichkeiten. In die Volltextsuche werden die Webseiten weiterer deutschsprachiger Bildungsserver und ausgewählter pädagogischer Verlage einbezogen. 

SchulWeb

Das SchulWeb ist ein besonderes Angebot des Deutschen Bildungsservers für Schülerinnen und Schüler. Es vermittelt Kontakte zwischen Schulen und fördert den Einsatz von Internetdiensten an Schulen. Herzstück ist die Datenbank deutscher, österreichischer und schweizer Schulen sowie deutschsprachiger Schulen in aller Welt mit eigener Homepage. Weiterhin bietet das SchulWeb einen Chat, ein Forum, eine Kontaktbörse sowie Materialien und Informationen für die Schule. 

 Schulen ans Netz e.V.

Schulen ans Netz e. V. ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Telekom AG. Der gemeinnützige Verein mit gesamtgesellschaftlichem Bildungsauftrag ist Kompetenzcenter für das Lehren und Lernen mit neuen Medien im schulischen Umfeld. Schulen ans Netz e.V. bietet verschiedene kostenfreie, pädagogisch betreute Internetdienste und -plattformen an, die Lehrerinnen und Lehrer beim Einsatz der neuen Medien im alltäglichen Unterricht unterstützen:
Lehrer Online - interaktiver Online-Dienst für Lehrerinnen und Lehrer
LeaNet - Informations-, Kommunikations- und Arbeitsplattform für Frauen in Schule und Bildung
LizzyNet - Internet-Angebot für Mädchen und junge Frauen ab 12 Jahre
IT works - Systemlösungen für die Computernutzung in der schulischen Bildung
WebLOTSEN - Internetschulungen für Lehrkräfte 

http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=274

 

Mit Kinder Möglichkeiten von Internet entdecken

Einstieg ins Internet für Kinder

Internet-Sicherheit für Kinder

Medienprojekte mit Kindern

Websites für Kinder (Orientierungshilfen)

Software für Kinder (Orientierungshilfen)

Kinderseiten von Medienanbietern (TV, Radio, Presse)

Kinderseiten von Museen

Kinderseiten von Städten und Regionen

Themenseiten für Kinder

Beratungsseiten für Kinder

http://dbs.bbf.dipf.de/zeigen.html?seite=3159

 

Neue Medien- Neue Aufgaben für die Lehrerausbildung

"Die Teilhabe an der Informationsgesellschaft ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft unserer Demokratie. Daher müssen die Schüler von Lehrern unterrichtet werden, die selbst medienkompetent sind. Gefragt ist zukünftig der lernende Lehrer, der Multimedia nicht nur als Mittel einsetzen, sondern auch als inhaltlichen Gegenstand im Unterricht behandeln kann." Mit dieser Forderung eröffnete die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Anke Brunn am 20.02.1997 eine zweitägige Tagung zum Thema "Neue Medien - Neue Aufgaben für die Lehrerausbildung" im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum. Eingeladen hatte das Lehrerausbildungszentrum der Universität-GH Paderborn im Rahmen der Initiative "BIG

- Bildungswege in der InformationsGesellschaft", die von der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung getragen wird. 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und den europäischen Nachbarlndern präsentierten Medienprojekte, diskutierten Konzepte, wie man zu einer pädagogisch reflektierten Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien in Schule und Lehrerausbildung kommen kann, und nahmen eine kritische Bestandsaufnahme vor. Die Arbeit erfolgte in sechs Sektionen, und zwar zur Erziehungswissenschaft, zur Didaktik der englischen und deutschen Sprache, zu den Fachdidaktiken Geschichte, Mathematik und Physik sowie zur Berufs- undWirtschaftspädagogik. Die gemeinsame Basis der Auseinandersetzungen bildeten folgende einführenden Thesen des Paderborner Erziehungswissenschaftlers Gerhard Tulodziecki:
Die außerschulische Nutzung der Medien durch Kinder und Jugendliche führt dazu,

daß sich die kenntnis-, fähigkeits- und motivationsbezogenen Voraussetzungen für denFachunterricht in erheblicher Weise ändern. Die Nutzung der neuen Medien durch die Fachwissenschaft hat zur Folge, daß esVerlagerungen bei den Fachinhalten gibt. Traditionelle Fachinhalte verlieren unter Umständen an Bedeutung, zum Teil bilden sich neue Fachinhalte aus.

Die Nutzung der neuen Medien in Freizeit und Schulunterricht erfordern neue Lern-,Arbeits- und Kommunikationsformen in den verschiedenen Fächern sowie in der Schule insgesamt.Fachunterrichtliche Überlegungen dürfen sich nicht allein darauf konzentrieren, neue Medien als Mittel der Lernanregung und Lernunterstützung zu begreifen; der Fachunterricht muß sich vielmehr auch der Aufgabe stellen, Erziehungs- und Bildungsaufgaben im Bereich neuer Medien wahrzunehmen.

Die Experten machten darauf aufmerksam, daß die zukünftigen Lehrer an deutschen Universitäten auf den Umgang mit den neuen elektronischen Medien kaum vorbereitet werden. Beispielsweise zeigt eine aktuelle Studie, daß von 4810 Lehrveranstaltungen für das erziehungswissenschaftliche Studium an 50 deutschen Hochschulen nur 1,3% dem Thema "Neue Medien" gewidmet sind. Im Fach Deutsch liegt der Anteil sogar bei nur 0,3%. Da die Lehrerausbildung eine Schlüsselstellung für die Entwicklung von Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen habe, müsse das Thema Neue Medien viel stärker in die Lehramtsstudiengnge integriert und eine Zusatzqualifikation "Medien in Erziehung und Unterricht" ermöglicht werden, lautete das Resümee der Tagungsteilnehmer. Ein entsprechendes Konzept der Universitäten Paderborn, Bielefeld und Dortmund liegt vor. Eine Dokumentation der Tagung mit den Hauptvorträgen sowie mit Berichten über die Arbeitsgruppen und die Podiumsdiskussion erscheint in Kürze im Verlag der Bertelsmann Stiftung unter folgendem Titel: Tulodziecki, Gerhard / Blömeke, Sigrid (Hrsg.), Neue Medien. Neue Aufgaben für die Lehrerausbildung. Tagungsdokumentation, Gütersloh (Verlag Bertelsmann Stiftung) 1997

http://plaz.uni-paderborn.de/Service/Archiv/~Tagungen/1997_Neue_Medien_-_Neue_Aufgaben_fuer_die_Lehrerausbildung.pdf

 

Bildungsserver sind Fundgruben für Lehrer

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer nutzen das Internet und versorgen sich dort mit Anregungen und Material für ihren Unterricht. Um in der Informationsflut fündig zu werden, nutzen sie für ihre Recherche meist gängige Suchmaschinen wie Google oder Yahoo.

 

 
 
Wie stehen Landesbildungsserver und Deutscher Bildungsserver zueinander?
Bekanntlich ist Bildung Ländersache. Als sich in den 90er Jahren mit dem Internet die Informationslandschaft zu ändern begann und das BMBF 1996 die Initiative „Schulen ans Netz“ begründete, war man sich gleichzeitig der Notwendigkeit eines Navigators für das deutsche Bildungssystem bewusst – und förderte parallel das Projekt „Deutscher Bildungsserver“ an der Humboldt-Universität. Im Jahr 1999 wurde der Bildungsserver dann beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung / DIPF als Daueraufgabe angesiedelt. Für den Schulbereich beim Deutschen Bildungsserver zeichnete von Beginn an für die Länder das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht / FWU verantwortlich. Einbezogen wurde dabei auch das SchulWeb, das schon 1995 an der Humboldt-Universität online gegangen war. Nach und nach entstanden in den einzelnen Bundesländern dann die Landesbildungsserver, deren Träger Landesinstitute, Ministerien, Schulbehörden oder Akademien bzw. Landesinstitute für Lehrerfortbildung sind. Ihrer Aufgabe, moderne Medien in die Schule einzubinden und Lehrern praxisbezogene Materialien für den Unterricht zur Verfügung zu stellen, kommen meist als Redakteure freigestellte Lehrer nach. Sie entwickeln eigene Materialien oder adaptieren Fremdmaterial. Auch das Informationsangebot des Deutschen Bildungsservers wird von Experten, Dokumentaren und Fachredakteuren fachmännisch betreut. Im Unterschied zu den Landesbildungsservern, die meist eigene Inhalte bereitstellen, ist der Deutsche Bildungsserver ein reiner Verweisserver, der empfehlenswerte Inhalte anderer Anbieter über kommentierte Links erschließt – und dabei eben auch ganz ausführlich auf die Inhalte der Landesbildungsserver verweist. Die „Portale zur schulischen Medienbildung“ sind ein gutes, aktuelles Beispiel für diese Zusammenarbeit.

Nutzungszahlen sprechen für das Informationsangebot von bildungsserver.de
Durchschnittlich 3 Mio. Seitenaufrufe und ca. 500.000 Arbeitssitzungen zählt das Statistikprogramm des Deutschen Bildungsservers Monat für Monat; im Jahr kommen so 30 Mio. Pageviews und 5,5 Mio. Sessions zustande. Für einen Wegweiser durch die deutsche Bildungslandschaft ist das ein ausnehmend guter Schnitt, liegen den Arbeitssitzungen doch 65-minütige Aufenthalte und Recherchen zugrunde. Zu verdanken sind die hohen Nutzungszahlen des Bildungsportals seinem umfangreichen, strukturierten und qualitativ hochwertigen Angebot: So finden verschiedene Interessentengruppen wie Schüler/innen, Lehrer/innen, Studierende, Wissenschaftler/innen, Erzieher/innen, Auszubildende und Weiterbildungsinteressierte Seiten, die genau auf ihren Informationsbedarf zugeschnitten sind. Aber auch wer zu bestimmten Themen sucht, findet im Themenkatalog des Bildungsservers strukturiert aufbereitete Informationen. Die Baumstruktur, die allen Themen wie Elementarbildung, Berufliche Bildung, Hochschulbildung, Behindertenpädagogik oder Sozialpädagogik zugrunde liegt, unterstützt die Nutzer Schritt für Schritt bei ihrer Recherche. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, über verschiedene Suchfunktionen direkt im Datenpool des Bildungsservers zu recherchieren.

Internet und Landesbildungsserver sind eine unerschöpfliche Fundgrube
Für Gerhard Koch vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg ist das Internet eine unerschöpfliche Fundgrube. Die Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer dort finden, lesen oder herunterladen können, sind außerordentlich vielfältig: fachliche und fachdidaktische Materialien und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung, aufbereitete Unterrichtsmaterialien in den verschiedensten Formen und Formaten (Word, PDF, EXCEL, PPT – Downloads), Internet-Seiten, Medien (Bilder, Videos, Audios ... ), Präsentations- und Dokumentations-Hilfsmittel, z.B. für den handlungsorientierten Unterricht, interaktive Materialien für Lehrer und Schüler und auch E-Learning-Plattformen. Allesamt eignen sich diese Materialien dazu, sie für den eigenen Unterricht zu adaptieren oder nachzuahmen. Und auf den Landesbildungsservern finden sich dazu auch sehr viele Beispiele.

Fertige Aufgaben nachahmen
Auf dem baden-württembergischen Landesbildungsserver finden sich zum Beispiel Übungen zum Bruchrechnen mit Excel-Tabellen. Ein Smiley am Ende jeder Aufgabe zeigt an, ob das errechnete Ergebnis richtig oder falsch ist. Im Unterricht können diese Aufgaben „konventionell“ – Schüler üben mit Hilfe dieser Tabellen – oder aber kreativ eingesetzt werden: Schüler erstellen selbst derartige Tabellen. Als „kooperativer Content-Server“ mit den Arbeitsschwerpunkten Pädagogik, Didaktik und Fachinhalte gibt der baden-württembergische Landesbildungsserver Hilfestellung bei der Integration moderner Medien in den Unterricht aller Fächer und aller Schularten. Dazu stellt er das entsprechende Material und die notwendigen Informationen bereit. Und das Unterrichtsmaterial selbst ist vorher sogar unter authentischen Bedingungen von Lehrerinnen und Lehrern vor Ort erprobt worden.

Interaktive Materialien aus dem Internet
Ein anderes Beispiel aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, hier allerdings fürs Interagieren, stammt auch aus dem baden-württembergischen Landesbildungsserver: Physik Online. Hier findet man eine Sammlung von kostenlosen Online-Simulationen und -programmen für den Unterricht oder zu seiner Vor- und Nachbereitung. Die Materialien, kurze anschauliche Filme in java-applets verpackt, sind sortiert nach Teilgebieten und Stufen und zu finden unter http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material.

In learn:line, dem Landesbildungsserver Nordrhein-Westfalen, der beim Landesinstitut für Schule, Soest, angesiedelt ist, findet sich ein weiteres schönes Beispiel für das gelungene Interagieren mit Hilfe der Neuen Medien. Im Buchbasar „Hier sind eure Bücher“ werden Kinder- und Jugendbücher von den Kindern und Jugendlichen selbst altersgerecht vorgestellt.

Entwickeltes Unterrichtsmaterial für eigene Zwecke adaptieren
Eine Camera Obscura kann mit seinen Schülerinnen und Schülern nachbauen, wer den Brandenburgischen Bildungsserver vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Brandenburg in Ludwigsfelde anklickt. Er hält im Rahmen einer ganzen Unterrichtseinheit die Bauanleitung zu diesem optischen Gerät bereit. Ein schönes Beispiel also für die Verknüpfung eines physikalischen und künstlerischen Themas in der 9. Jahrgangsstufe – die Camera Obscura als Thema im Unterricht. Bildungsportale wie der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver sind, um noch einmal Gerhard Koch zu zitieren: Fachportale für Experten im Bildungsbereich. Und Lehrer – aber nicht nur sie – sind solche Experten, die in diesen unerschöpflichen Fundgruben noch sehr viele wertvolle Schätze bergen können.

Autorin:Christine Schumann

http://www.os-bildungslotse.de/news/print.php?news_id=9

 Forum Multimedia- Stuttgart 2005 

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer nutzen das Internet und versorgen sich dort mit Anre-gungen und Material für ihren Unterricht. Um in der Informationsflut fündig zu werden, nut-zen sie für ihre Recherche meist gängige Suchmaschinen wie Google oder Yahoo doch die sind meist nicht in der Lage, die Qualität der Angebote zu bewerten. Ertragreicher ist deshalb die Suche über Bildungsportale wie den Deutschen Bildungsserver und die Bildungsserver der Länder. Das sahen auch die Veranstalter des „Forum Multimedia 2005" bei der diesjäh-rigen „didacta – die Bildungsmesse" in Stuttgart so, und luden deshalb Dr. Friedhelm Schumacher vom Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, beim Deutschen Bildungsserver verantwortlich für den Themenbereich Schule, und Gerhard Koch vom Lan-desbildungsserver Baden-Württemberg dazu ein, diese Bildungsportale ausführlicher vorzu-stellen. Der Artikel greift einige Aspekte des gemeinschaftlichen Vortrags auf.

Bildungsportale in Deutschland

Der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver

Wie stehen Landesbildungsserver und Deutscher Bildungsserver zueinander?

Bekanntlich ist Bildung Ländersache. Als sich in den 1990er-Jahren mit dem Internet die Informationslandschaft zu ändern begann und das BMBF 1996 die Initiative „Schulen ans Netz" begründete, war man sich gleichzeitig der Notwendigkeit eines Navigators für das deutsche Bildungssystem bewusst – und förderte parallel das an der Humboldt-Universität begründete Projekt „Deutscher Bildungsserver" (www.bildungsserver.de). Im Jahr 1999 wurde der Bildungsserver dann beim Deut-schen Institut für Internationale Pädagogische Forschung / DIPF als Daueraufgabe angesiedelt. Für den Schulbereich beim Deutschen Bildungsserver zeichnete von Beginn an für die Länder das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) verantwortlich. Einbezogen wurde dabei auch das SchulWeb (www.schulweb.de), das schon 1995 an der Humboldt-Universität online gegangen war.

Nach und nach entstanden in den einzelnen Bundesländern dann die Landesbil-dungsserver (www.bildungsserver.de/Landesbildungsserver.html), deren Träger Landesinstitute, Ministerien, Schulbehörden oder Akademien bzw. Landesinstitute für Lehrerfortbildung sind. Ihrer Aufgabe, moderne Medien in die Schule einzubinden und Lehrern praxisbezogene Materialien für den Unterricht bereitzustellen, kommen meist als Redakteure freigestellte Lehrer nach; sie entwickeln eigene Materialien oder adaptieren Fremdmaterial. Auch das Informationsangebot des Deutschen Bil-dungsservers wird von Experten, Dokumentaren und Fachredakteuren fachmännisch betreut. Im Unterschied zu den Landesbildungsservern, die meist eigene Inhalte be-reitstellen, ist der Deutsche Bildungsserver ein reiner Verweisserver, der empfeh-lenswerte Inhalte anderer Anbieter über kommentierte Links erschließt – und dabei eben auch ganz ausführlich auf die Inhalte der Landesbildungsserver verweist. Die „Portale zur schulischen Medienbildung" unter Forum Multimedia – Stuttgart 2005

http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=2887 sind ein gutes, aktuelles Bei-spiel für diese Zusammenarbeit.

Nutzungszahlen sprechen für das Informationsangebot von bildungsserver.de

Durchschnittlich 3 Millionen Seitenaufrufe und ca. 500 000 Arbeitssitzungen zählt das Statistikprogramm des Deutschen Bildungsservers Monat für Monat; im Jahr kom-men an die 30 Millionen Pageviews und 5,5 Millionen Sessions zustande. Für einen Wegweiser durch die deutsche Bildungslandschaft ist das ein ausnehmend guter Schnitt, liegen den Arbeitssitzungen doch 65-minütige Aufenthalte und Recherchen zugrunde. Zu verdanken sind die hohen Nutzungszahlen des Bildungsportals seinem umfangreichen, strukturierten und qualitativ hochwertigen Angebot: So finden ver-schiedene Interessentengruppen wie Schüler, Lehrer, Studierende, Wissenschaftler, Erzieherinnen, Auszubildende und Weiterbildungsinteressierte Seiten, die genau auf ihren Informationsbedarf zugeschnitten sind. Aber auch wer zu bestimmten Themen sucht, findet im Themenkatalog des Bildungsservers strukturiert aufgearbeitete In-formationen. Die Baumstruktur, die allen Themen wie Elementarbildung, berufliche Bildung, Hochschulbildung, Behindertenpädagogik oder Sozialpädagogik zugrunde liegt, unterstützt die Nutzer Schritt für Schritt bei ihrer Recherche. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit, über verschiedene Suchfunktionen direkt im Datenpool des Bildungsservers zu recherchieren.

Internet und Landesbildungsserver sind eine unerschöpliche Fundgrube

Für Gerhard Koch vom Landesbildungsserver Baden-Württemberg ist das Internet eine unerschöpfliche Fundgrube; die Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer dort finden, lesen oder herunterladen können, sind außerordentlich vielfältig und bieten ein weites Betätigungsfeld: fachliche und fachdidaktische Materialien und Quellen zur Unterrichtsvorbereitung, aufbereitete Unterrichtsmaterialien in den ver-schiedensten Formen und Formaten (Word-, PDF-, Excel-, Powerpoint-Downloads), Internet-Seiten, Medien (Bilder, Videos, Audios), Präsentations- und Dokumenta-tions-Hilfsmittel, z. B. für den handlungsorientierten Unterricht, interaktive Materialien für Lehrer und Schüler und auch E-Learning-Plattformen. Allesamt eignen sich diese Materialien dazu, sie für den eigenen Unterricht zu adaptieren oder nachzuahmen. Und auf den Landesbildungsservern finden sich dazu sehr viele Beispiele.

Fertige Aufgaben nachahmen

Auf dem baden-württembergischen Landesbildungsserver finden sich zum Beispiel unter

http://www.schule-w.de/unterricht/faecher/mathematik/sek1/arithmetik/bruchrechnen2 Übungen zum Bruchrechnen mit Excel-Tabellen. Ein Smiley am Ende jeder Aufgabe zeigt an, ob das errechnete Ergebnis richtig oder falsch ist. Im Unterricht können die-se Aufgaben „konventionell" – Schüler üben mit Hilfe dieser Tabellen – oder aber kreativ eingesetzt werden: Schüler erstellen selbst derartige Tabellen. Als „kooperati-ver Content-Server" mit den Arbeitsschwerpunkten Pädagogik, Didaktik und Fachin-halte gibt der baden-württembergische Landesbildungsserver Hilfestellung bei der Integration moderner Medien in den Unterricht aller Fächer und aller Schularten. Da-zu stellt er das entsprechende Material und die notwendigen Informationen bereit. Und das Unterrichtsmaterial selbst ist vorher sogar unter authentischen Bedingungen von Lehrerinnen und Lehrern vor Ort erprobt worden.

Interaktive Materialien aus dem Internet Forum Multimedia – Stuttgart 2005

Ein anderes Beispiel aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, hier allerdings für Interagieren, stammt auch aus dem baden-württembergischen Landesbildungsser-ver: Physik Online. Hier findet man eine Sammlung von kostenlosen Online-Simulationen und Programmen für den Unterricht oder zu seiner Vor- und Nachberei-tung. Die Materialien, kurze anschauliche Filme in Java-Applets verpackt, sind sor-tiert nach Teilgebieten und Stufen und zu finden unter http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/physik/online_material.

In „learn:line", dem Landesbildungsserver Nordrhein-Westfalen, der beim Landesins-titut für Schule NRW, Soest, angesiedelt ist, findet sich ein weiteres schönes Beispiel für das gelungene Interagieren mit Hilfe der neuen Medien. Im Buchbasar – http://www.learn-line.nrw.de/angebote/buchbasar/index.jsp – „Hier sind eure Bücher" werden Kinder- und Jugendbücher von den Kindern und Jugendlichen selbst alters-gerecht vorgestellt.

Entwickeltes Unterrichtsmaterial für eigene Zwecke adaptieren

Eine Camera Obscura kann mit seinen Schülerinnen und Schülern nachbauen,wer http://www.bildung-brandenburg.de/bbs/schule/faecher/sek1/kunst/camera/index.htm anklickt. Hier hält der Brandenburgische Bildungsserver vom Landesinstitut für Schu-le und Medien (LISUM) Brandenburg, Ludwigsfelde, im Rahmen einer ganzen Unter-richtseinheit die Bauanleitung zu diesem optischen Gerät bereit. Ein schönes Bei-spiel also für die Verknüpfung eines physikalischen und künstlerischen Themas in der 9. Jahrgangsstufe – die Camera Obscura als Thema im Unterricht.

Bildungsportale wie der Deutsche Bildungsserver und die Landesbildungsserver sind, um noch einmal Gerhard Koch zu zitieren: Fachportale für Experten im Bil-dungsbereich. Und Lehrer – aber nicht nur sie – sind solche Experten, die in diesen unerschöpflichen Fundgruben noch sehr viele wertvolle Schätze bergen können.

Bildungsserver dienen als Portal für Fragen der Bildung vom vorschulischen Bereich, über Schule bis zu Beruflicher Bildung, Hochschule und Erwachsenenbildung. Jedes Land hat dabei eigene Schwerpunkte gesetzt.

Es gibt den Deutscher Bildungsserver und in allen Bundesländern Deutschlands einen Landesbildungsserver. Der österreichische Bildungsserver wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gestaltet. Vereinzelt wird auch das Internetangebot der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet als Bildungsserver angesprochen, da deren kostenlose Internet-Service-Dienste entsprechende Funktionen bieten.

Neben Informationen zum Bildungswesen wird unterstützendes Material angeboten. Viele Bildungsserver bieten weitere Unterstützung für die Online-Zusammenarbeit und E-Learning.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungsserver

 

Deutscher Bildungsserver

Der Deutsche Bildungsserver ist ein vom Bund und den sechzehn Ländern in der Bundesrepublik Deutschland getragenes Informationsportal zum deutschen föderalen Bildungswesen. Er bietet umfassende Informationen zum Thema Bildung im Internet.

Das Informationsangebot ist gegliedert in redaktionell betreute Themenbereiche (u.a. Übergreifende Informationen, Schule, Berufliche Bildung, Hochschulbildung, Wissenschaft und Bildungsforschung, Weiterbildung und Erwachsenenbildung) und adressatenbezogene Angebote für Schüler, Auszubildende, Studenten, Lehrer, (Bildungs-)Wissenschaftler, sowie Interessierte an Bildungsmanagement und Aus- und Weiterbildung.

Des weiteren bieten eine Reihe von Datenbanken vielfältige Recherche- und Eintragsmöglichkeiten. Nutzer können sich dort über bildungsrelevante Materialien, Institutionen, Personen und Veranstaltungen, über Begriffsdefinitionen des Online-Glossars, bildungsbezogene Wettbewerbe sowie Stellenangebote und Stellengesuche informieren. Neben der einfachen Stichwortsuche ermöglicht eine Erweiterte Suche gezieltes Recherchieren in einzelnen Datenbankfeldern. Ferner kann eine Volltextsuche über die Webseiten weiterer deutschsprachiger Bildungsserver und pädagogischer Verlage durchgeführt werden.

Als Meta-Server verweist der Deutsche Bildungsserver auf Informationen, die von Bund und Ländern, der Europäischen Union, von Hochschulen, Schulen, Landesinstituten, wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Medienanbietern und Bibliotheken etc. bereitgestellt werden. Nutzer können jedoch auch selbst Eintragungen in den Deutschen Bildungsserver vornehmen. Diese externen Einträge werden von einer Fachredaktion vor der endgültigen Aufnahme in den Deutschen Bildungsserver geprüft. Eine Rubrik mit aktuellen Informationen weist auf neu eingetragene Materialien und den abonnierbaren Newsletter hin. Hier finden sich auch Tipps der Redaktion zu auch wechselnden bildungsbezogenen Themen.

Die Geschäftsstelle des Deutschen Bildungsservers hat ihren Sitz am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung.

Ein besonderes Angebot des Deutschen Bildungsservers ist das SchulWeb[1], ein Unterportal für Schüler und Lehrer, das als Kommunikationsplattform Kontakte und Projektpartnerschaften zwischen Schulen vermittelt und Kommunikation durch Themenchats und Foren unterstützt. Das SchulWeb enthält die umfassendste Datenbank deutschsprachiger Schulen im In- und Ausland mit eigenem Webangebot. Darüber hinaus werden weitere schulbezogene Angebote wie Schulzeitungen, Schulradio, Materialien und Klassenfahrten präsentiert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Bildungsserver

 

Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet

Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. (kurz Zentrale für Unterrichtsmedien, ZUM Internet, ZUM oder ZUM.de) ist ein gemeinnütziger Verein, der am 11. September 1997 gegründet wurde. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Möglichkeiten des Internets für den Unterricht zu nutzen und Anderen hierfür Möglichkeiten zu bieten. Der Verein richtet sich mit seinen Angeboten vornehmlich an die im Bildungsbereich Tätigen, und hier besonders an Eltern, Lehrer und Schüler. Die Internetadresse ZUM.de wird vorwiegend in der Schulzeit genutzt

Geschichte

Margit Fischbach stellte 1995 eine Website mit dem Titel „Das WWW als Lern- und Lehrhilfe“ online, die schon bald zum Portal weiterentwickelt wurde. Das Portal war die Keimzelle des 1997 gegründeten Vereins Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Auf der Gründungsversammlung wurde Margit Fischbach zur ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt.

Während "Das WWW als Lern- und Lehrhilfe" zunächst für den schulischen Bereich ein nahezu konkurrenzloses Angebot darstellte, hat sich dies durch die Entwicklung des Internets in den letzten Jahren deutlich verändert. Darauf hat auch die ZUM reagiert und Ende 2004 das ZUM-Wiki und im März 2006 das ZUM-Grundschulwiki installiert.

Ziele

Die Ziele der ZUM sind in der Vereinssatzung festgelegt:

"Ziel des Vereins ist die Nutzbarmachung des Internets als Lern- und Lehrhilfe für alle Schulformen und für außerschulische Bildungsarbeit im deutschsprachigen Raum."[2]

Ausgehend von diesen Zielen hat die ZUM die vorhergehenden Aktivitäten von Margit Fischbach weiter entwickelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrale_f%C3%BCr_Unterrichtsmedien_im_Internet

 

 

 

12.12.08 17:46


Verantwortung und Selbsttätigkeit

Selbsttätigkeit (Wikipedia)

Selbsttätigkeit als pädagogischer Begriff ist eine Tätigkeit aus eigenem Antrieb und mit eigener Zielstellung. Sie kann entweder spontan beim Schüler einsetzen, oder durch den Lehrer provoziert werden. Im Fall des Einsetzens von Selbsttätigkeit zwingt diese den Schüler zu eigenen Überlegungen, die dann zu unterschiedlichen Lösungsversuchen führen. Durch diesen Sachverhalt wird das Problembewusstsein gefördert und somit Selbstständigkeit im Denken, Handeln und Urteilen erreicht.

Als wichtigste Voraussetzungen für das Erreichen von Selbsttätigkeit gelten innere Anteilnahme an den zu lösenden Problemen und die Bereitstellung von Arbeitsmitteln. Der Lehrer kann bei der Arbeit mit dem Schüler die Selbsttätigkeit fördern, indem er ihm bestimmte Arbeitsmethoden vermittelt. Bei einer Erziehung zur Person sollte die Selbsttätigkeit des Schülers überall dort berücksichtigt werden, wo der Unterricht und die Entwicklungsstufe des Schülers dies erlaubt, jedoch sollte keine Überakzentuierung auf die Selbsttätigkeit fallen, so dass sie zum Schluss in einen leeren Aktivismus mündet und eine ausreichende geistige Beschäftigung mit dem eigentlichen Lernstoff ausbleibt. Die Selbsttätigkeit des Schülers spielt vor allem in der Reformpädagogik eine wichtige Rolle. Zuvor wurden im Rahmen der Anschauungspädagogik Johann Heinrich Pestalozzi und Adolph Diesterweg sowie Jean-Jacques Rousseau erwähnt, bei denen die Selbsttätigkeit des „Zöglings“ eine wichtige Rolle spielte.

Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) hebt in seinem Buch „Person und Tat“ die besondere Bedeutung einer „Selbsttätigkeit“, also einer Tat, die nur von einer bestimmten Person ausgehen kann, besonders hervor. Er erläutert in diesem Zusammenhang,

„dass das Vollbringen der Tat durch die Person selbst einen grundlegenden Wert darstellt. Man könnte ihn als personalistischen oder auch personalen [die Person betreffenden] Wert der Tat bezeichenen. Dieser Wert unterscheidet sich von allen sittlichen Werten, die immer Werte der vollbrachten Tat sind und aus der Beziehung zu Normen hervorgehen. Der personalistische Wert steckt im Vollbringen der Tat durch die Person selbst, im bloßen Faktum, dass „der Mensch“ auf ihm eigentümliche Weise „handelt“. Also darin, dass dieses Handeln den Charakter einer authentischen Selbstbestimmung hat, dass sich in ihm die Transzendenz der Person realisiert, was, (...) die Integration sowohl auf dem Feld der menschlichen Somatik als auch der Psyche nach sich zieht.“ (Person und Tat, 305)

Selbsttätigkeit (W. Klafki)

 1. Zur Erläuterung des Themas

Selbsttätigkeit oder Eigentätigkeit als generelles Prinzip der Erziehung und als Prinzip des Unterrichts in der Schule, das war eine der zentralen Leitideen der internationalen pädagogischen Reformbewegung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dem Beginn unseres Jahrhunderts. [1] In den einzelnen Richtungen und bei verschiedenen Vertretern der Reformbewegung wird der Begriff "Selbsttätigkeit", den ich im folgenden synonym mit "Eigentätigkeit" verwenden werde, in etlichen Varianten ausgelegt, enger oder weiter gefaßt: also z. B. vorwiegend auf die kognitive Entwicklung und Förderung der Kinder und Jugendlichen bezogen oder auch auf die praktische, die ästhetische und die moralisch-soziale Erziehung; vorwiegend auf die selbständige Aneignung von Lernverfahren orientiert oder darüber hinaus auch auf die zunehmend selbständigere Entscheidung der Schüler über Ziele und Inhalte ihres Lernens. Das ließe sich zeigen, wenn man unter diesem Gesichtspunkt die verschiedenen Richtungen der internationalen Reformbewegung miteinander vergleichen würde: etwa die "progressive education" John Deweys und die Pädagogik Maria Montessoris, die Konzeption der Kunsterziehungsbewegung in verschiedenen Ländern, Varianten der deutschen Arbeitsschulbewegung von Kerschensteiner bis zu Gaudig, die frühsowjetische Produktionsschulkonzeption, die Elastische Einheitsschule der deutschen "Entschiedenen Schulreformer" und die französische Freinet-Bewegung, Peter Petersens Gemeinschaftsschulkonzept in seinem sogenannten "Jena-Plan", vergleichbare Ansätze in Japan, z. B. in Kunioshi Obaras Tamagawa-Schulkomplex, die Entwicklungspädagogik des Brasilianers Paolo Freire oder das radikale Entschulungskonzept des Mexikaners Ivan Illich. Aber bei allen Unterschieden bleibt doch ein gemeinsamer Kern.

Ich kann jedoch auf die historische Entwicklung der pädagogischen Idee, der junge Mensch müsse im Erziehungsprozeß durch Selbsttätigkeit zur Selbsttätigkeit befähigt werden, und ihre zahlreichen Varianten hier nicht ausführlich eingehen. Wollte ich es tun, so müßte der Gesichtskreis auch weit über die reformpädagogischen Bestrebungen der letzten rund 100 Jahre hinaus nach rückwärts ausgedehnt werden, z. B. bis zum antiken Sokrates zurück, mindestens aber bis ins 18. und 19. Jahrhundert: Rousseau und Pestalozzi, Schleiermacher, Fröbel und weitere Klassiker der Pädagogik müßten zur Sprache kommen. Ich muß mich jedoch auf die Gegenwart konzentrieren, und hier wiederum in systematischer Betrachtung, ohne einzelne zeitgenössische Autoren oder Bewegungen genauer charakterisieren zu können.


2. Selbstbestimmung und Selbsttätigkeit

Meine Ausgangsthese lautet: Wenn man anerkennt, daß eines der allgemeinen Ziele einer humanen und demokratischen Erziehung unter den Bedingungen unserer historischen Epoche die Befähigung des jungen Menschen, sich selbst bestimmen zu können, abgekürzt also: Befähigung zur Selbstbestimmung sein muß, dann muß man zugleich Selbsttätigkeit als notwendiges pädagogisches Prinzip anerkennen. Dabei muß betont werden, daß "Selbstbestimmung" nicht subjektivistisch als Rechtfertigung individueller Willkür verstanden werden darf, sondern immer unter dem Gesichtspunkt der verantwortlichen Bezogenheit des einzelnen Menschen auf seine Mitmenschen, auf Kultur, Gesellschaft und Politik.

Selbstbestimmung meint die Fähigkeit eines Menschen, über seine individuellen, persönlichen Angelegenheiten, seine menschlichen Beziehungen und seine Überzeugungen aufgrund eigener Einsicht und nach eigenem Urteil entscheiden zu können: zum Beispiel über den Beruf, den er wählt, über persönliche Beziehungen zu anderen Menschen, nicht zuletzt über die Wahl seines Lebenspartners; weiterhin über seine moralischen und religiösen Überzeugungen, über das, was er ästhetisch schön findet, wie er seine Freizeit gestaltet, wofür er sich politisch entscheidet.

Man erkennt sicherlich sogleich, daß es sich dabei um eine sehr anspruchsvolle und komplexe Fähigkeit handelt. Genauer muß man sagen: Es handelt sich um die individuelle Synthese einer Reihe von Teilfähigkeiten: z. B. der Fähigkeit, selbständig Einsichten (Erkenntnisse) gewinnen zu können; der Fähigkeit, sich eigene Urteile bilden zu können; der Fähigkeit, im Sinne der eigenen Einsichten und Urteile dann auch selbst handeln zu können. Eine dieser Teilfähigkeiten, die zur komplexen Selbstbestimmungsfähigkeit gehören, ist die Fähigkeit, selbständig zu lernen.

Nun ist das Lernen ja die wichtigste Tätigkeit des Kindes bzw. des jungen Menschen in der Schule. Wenn die Schule also dazu beitragen soll und will, daß der Schüler Anregungen und Hilfen zur Entwicklung der Selbstbestimmungsfähigkeit erhält, dann muß sie bei dieser Haupttätigkeit des Schülers ansetzen: Er soll in der Schule lernen, möglichst selbständig lernen zu können. In der deutschen Didaktik gebrauchen wir dafür oft die Formel: Der Schüler soll "das Lernen lernen". Er soll beim Lernen schrittweise immer mehr vom Lehrer unabhängig werden. Ein anderer Ausdruck für die gleiche Sache lautet: Er soll möglichst "selbstgesteuert" lernen. Schließlich finden sich auch Formulierungen folgender Art: Der Schüler soll zum Subjekt seines eigenen Lernens werden;er soll nicht als ein Objekt betrachtet und "behandelt" werden, das darauf angewiesen ist, vom Lehrer ständig belehrt und gelenkt zu werden.

Warum ist die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und in diesem Rahmen zum selbständigen Lernen ein so wichtiges Erziehungsziel? Damit komme ich zu einem dritten Abschnitt.


3. Fünf Gründe für die Bedeutung der Fähigkeit, selbständig lernen zu können.

Erstens: Wir leben heute in einer Zeit, in der wir alle und vor allem die heranwachsende Generation nicht mehr damit rechnen können, daß das, was man einmal in der Schulzeit gelernt hat, ausreicht, um ein ganzes Leben lang damit auszukommen. Die Entwicklung der Technik, der Wirtschaft, der Wissenschaften schreitet schnell voran, und damit verändern sich unsere Lebensverhältnisse, die Anforderungen in den Berufen, aber auch die Lebensbedingungen außerhalb des Berufes. Immer wieder trifft man etwa auf folgende Informationen: Mindestens in den Naturwissenschaften und in technischen, angewandten Wissenschaften sind jeweils im Lauf von 10 Jahren etwa 50 % oder mehr der Erkenntnisse, die man am Anfang dieser Zeitspanne gewonnen hatte, am Ende eines solchen Jahrzehnts teilweise oder ganz veraltet, durch neue Erkenntnisse weitgehend verändert oder ersetzt. - Auch die Verhältnisse in der Gesellschaft und der Politik, in den internationalen Beziehungen, in der Kultur ändern sich in einem früher nicht gekannten Ausmaß. Und zwar bringen diese schnellen Veränderungen fast immer zwei Möglichkeiten zugleich hervor: neue Chancen zur Verbesserung unserer Lebensbedingungen, aber auch neue Gefahren.

Daraus folgt: Wenn wir alle und vor allem, wenn die Angehörigen der heranwachsenden Generation nicht nur Objekte solcher Veränderungen sein wollen und sein sollen, Menschen, die gar nicht verstehen, was sich da verändert, warum es sich verändert und welche Bedeutung die Veränderungen für das Leben der Menschen haben, sondern wenn man die Veränderungen verstehen will, darüber ein eigenes Urteil gewinnen und auch darüber mitbestimmen will, in welche Richtung sich die Veränderungen vollziehen sollen und in welche nicht, dann muß man dazu fähig sein, auch nach der Kindheit und Jugendzeit immer wieder hinzuzulernen und neu zu lernen. "Lebenslanges Lernen" ist notwendig, so sagen wir in Deutschland; "life-long-learning" sagen die Engländer und Amerikaner, "éducation permanent" die Franzosen. Gewiß haben Sie als Japaner einen entsprechenden Begriff dafür.

Wenn diese Konsequenzen in besonderem Maße für die heute und in Zukunft heranwachsenden Kinder und Jugendlichen gelten, dann müssen wir ihnen helfen, daß sie die Fähigkeit zum möglichst selbständigen "lebenslangen Lernen" in der Schule und durch die Schule gewinnen.

Zweitens: Es gibt eine weitere Begründung für die Erziehung zum selbständigen Lernen. Sie würde meiner Meinung nach sogar schon allein ausreichen, um die Forderung nach Selbständigkeit zu rechtfertigen, auch wenn es nicht die schnellen wissenschaftlichen, technischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Entwicklungen geben würde, die ich eben hervorgehoben habe. Man kann nämlich sagen, daß die Fähigkeit zum selbständigen, selbsttätigen Lernen zu einer reich entwickelten Persönlichkeit gehört, zur Freiheit des Menschen, sich ein Leben lang weiter zu entfalten, seine Möglichkeiten auszuschöpfen.

Drittens: Im Grunde ist alles spezifisch menschliche Lernen im Unterschied zum Lernen der Tiere so angelegt, daß es Momente der individuellen Selbständigkeit enthält. Menschliches Lernen ist nicht nur ein Prozeß der Anpassung an feststehende Lebensbedingungen, um überleben zu können; und es ist nicht nur ein Prozeß des Nachahmens von Verhaltensweisen, die andere einem vormachen. Vielmehr ist es ein Prozeß der aktiven Auseinandersetzung, den schon das kleine Kind in irgendeinem Grade selbsttätig, selbständig vollzieht. Und darin steckt von Anfang an die Möglichkeit, die Bedingungen des Lernens und das, was man lernt, zu verändern, umzugestalten. Erwachsene können dem Kind keine einzige Erkenntnis und keine einzige Fähigkeit wie ein fertiges Produkt oder eine fertige Technik "übergeben" oder "einpflanzen". Sie können den Kindern, wenn sie sie nicht nur dressieren wollen, nur dabei helfen, daß die jungen Menschen sich Erkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten selbsttätig aneignen. Derjenige, der sinnvoll lernt, übernimmt nicht einfach die Erkenntnisse und Fähigkeiten, die andere schon haben, sondern er muß solche Erkenntnisse und Fähigkeiten zwar mit Hilfe anderer, aber letzten Endes doch durch eigene Aktivitäten bei sich selbst hervorbringen. Was "objektiv", bei anderen schon entwickelt ist, muß der Lernende subjektiv, für sich selbst neu entwickeln.

Viertens: Ich nenne noch ein weiteres, ein psychologisches Argument: Jedes Kind, und zwar schon das ganz kleine Kind, will selbständig, selbsttätig lernen, will immer selbständiger werden. Es lernt gern aus eigenem Antrieb. Und wenn es dabei häufig noch Hilfe braucht, so möchte es meistens doch nicht, daß ihm die Größeren bzw. die Erwachsenen die Anstrengung des Lernens abnehmen, ihm einfach vormachen, "wie es gemacht wird". Vielmehr möchte es, daß sie ihm helfen, es selbst zu schaffen: Kinder wollen selbst laufen, selbst klettern, selbst mit dem Dreirad oder dem Fahrrad fahren. Sie wollen selbst ausprobieren, was man mit Materialien - mit Holz, Papier, Steinen, Wasser, Sand usw. usw. - machen kann. Kinder fragen von sich aus, beobachten von sich aus, spielen von sich aus usw.

Das alles ist nicht neu, und man kann diese Hinweise schon bei vielen klassischen Autoren der Pädagogik und der Psychologie finden. Ebensooft ist aber mit Recht betont worden, daß die Schule diese Beobachtungen, die auch jeder Laie an Kindern bzw. jungen Menschen machen kann, vielfach ignoriert und daß sie die Kinder häufig dazu zwingt, vorwiegend rezeptiv zu lernen. Aber mehr noch: Die Schule treibt den Kindern den Antrieb, die Motivation und den Mut, selbständig, selbsttätig lernen zu wollen, häufig aus. Sie führt nicht selten dazu, daß Kinder die Motivation und die Ansätze zum selbsttätigen Lernen, die sie in den ersten Kindheitsjahren schon entwickelt hatten, nun wieder verlernen.

Fünftens: Das fünfte Argument ist im Vorangehenden schon angeklungen. Eine demokratische politische Verfassung und eine demokratisch gestaltete bzw. sich demokratisierende Gesellschaft sind auf die Mitwirkung möglichst vieler Menschen, im Prinzip: aller Menschen der betreffenden Gesellschaft angewiesen, und zwar einer Mitwirkung aus eigener Einsicht, nach eigenem Urteil, in eigenverantwortlichem Handeln. M. a. W.: Die politische Reife einer Gesellschaft hängt davon ab, wie groß oder gering nach Quantität und Qualität die Selbstbestimmungsfähigkeit, die Selbständigkeit, die Fähigkeit zur Selbsttätigkeit unter den Menschen dieser Gesellschaft entwickelt ist. Erziehung durch Selbsttätigkeit zur Selbsttätigkeit enthält also immer auch eine politische Komponente.

Ich fasse das Ergebnis dieses Abschnitts in zwei Thesen zusammen:

  1. Die Fähigkeit zu selbständigem Lernen ist ein notwendiger Aspekt der Selbstbestimmungsfähigkeit des Menschen als eines allgemeinen Erziehungsziels. Wenn das Lernen in der Schule einen Beitrag zur Entwicklung eigener Urteils-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit des aufwachsenden Menschen leisten will, dann müssen nicht nur die Inhalte, die der junge Mensch sich in der Schule aneignen und mit denen er sich auseinandersetzen soll, unter diesem Gesichtspunkt ausgewählt werden, sondern es müssen auch die Lernprozesse entsprechend gestaltet werden: Der Schüler muß im Lernprozeß also die Erfahrung machen können, daß er zunehmend selbständiger, d. h. urteilsfähiger, entscheidungsfähiger und handlungsfähiger wird. Das ist nur durch selbsttätiges Lernen möglich.

  2. Diese Fähigkeit muß und kann vom Beginn der Schulzeit an (genauer: schon in der Vorschulzeit) angebahnt werden, nicht erst in höheren Schulstufen. Denn wenn Kinder sich in den ersten Schuljahren angewöhnt haben, immer nur oder vorwiegend auf Anweisung des Lehrers und unter seiner ständigen, direkten Kontrolle zu lernen, dann ist es später schwer, ihnen ein anderes Verständnis vom Lernen in der Schule zu vermitteln.
5.12.08 19:53


Verantwortung und Selbstständigkeit

Verantwortung (Wikipedia)

Verantwortung bedeutet die Möglichkeit, dass jemand für die Folgen eigener oder fremder Handlungen Rechenschaft geben muss. Sie drückt sich darin aus, bereit und fähig zu sein, später Antwort auf mögliche Fragen zu deren Folgen zu geben. Eine Verantwortung zieht immer eine Verantwortlichkeit nach sich d.h. dafür Sorge zu tragen, dass die Entwicklung des Verantwortungsbereichs im gewünschten Rahmen verläuft.

Verantwortung

"Verantworten" ("verantwürten" stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutete zu-nächst verstärkt "antworten", dann speziell "vor Gericht antworten, eine Frage beantworten", danach "für etwas einstehen, etwas vertreten" und reflexiv "sich rechtfertigen" (Quelle: Duden 1989).
Sowohl der Duden (1981), als auch das "Lexikon der Ethik" (HÖFFER 1997) unterteilen die Verantwortung in drei verschiedene Bereiche:
1. Primärverantwortung: sie beinhaltet a) die Aufgabenverantwortung, d.h. die Zuständigkeit für bestimmte Rollen, Funktionen und Ämter, verbunden mit einer bestimmten Aufgabe, einer bestimmten Stellung, und b) die Handlungsverantwortung, d.h. die Zuständigkeit für die Folgen und Nebenfolgen des eigenen Tun und Lassens, daß jeweils das Notwendige und Richtige getan wird. (kann nach MIEG (1994) auch als Leistung im Sinne von Fürsorge bezeichnet werden).
2. Sekundärverantwortung: ist die "Rechenschaftsverantwortung" und beinhaltet ein Moment der Anschuldigung, zumindest der Verdächtigung. Sie steht für die Verpflichtung, für irgend etwas einzustehen, sich zu verantworten.
3. Tertiärverantwortung: kann für Rechtfertigung, aber auch für Haftung für Verfehlungen oder Vernachlässigungen stehen, bei letzteren in Schadenersatz, Wiedergutmachung oder eventuell auch Strafe.
Verantwortung kann frei übernommen sein (z.B. für eine andere Person) oder bereits von Natur aus bestehen (z.B. für die eigene Gesundheit)

 

5.12.08 19:36





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